Psychologische Diagnostik & Beratung
Dr. Stefana Holocher-Ertl

In der Kinderpsychologischen Diagnostik geht es darum, die Ursachen von Problemen von Kindern, Jugendlichen und deren Familien herauszuarbeiten, und darauf aufbauend Lösungsansätze aufzuzeigen und die weitere Vorgehensweise (Behandlung) zu planen. Ziel dabei ist, das Wohlbefinden der Kinder und ihrer Familien wiederherzustellen. Psychologische Diagnostik wird in allen Entwicklungs- und Problembereichen von Kindern und Jugendlichen angewandt, zum Beispiel bei emotionalen und sozialen Problemen, schulischen Schwierigkeiten, Erziehungsschwierigkeiten und gesundheitlichen Problemen, die psychosomatisch bedingt sind. Im Folgenden nun ein paar Worte zu meinen Schwerpunkten:

Schwerpunkt: Hochbegabungsdiagnostik

Folgende Anzeichen können auf eine Hochbegabung bei einem Kind/Jugendlichen hinweisen: Frühe sprachliche Entwicklung, frühes Interesse für Zahlen und Buchstaben, hohe Merkfähigkeit, großes Interesse an der Umgebung bereits im Kleinkindalter, häufiges Fragen-Stellen, hoher Gerechtigkeitssinn, häufiges Diskutieren von Regeln, hoher Eigensinn, Probleme beim Einschlafen und beim "Kopf-ruhig-stellen". In der Schule langweilen sich diese Kinder häufig, manche haben zudem Probleme beim Schön-Schreiben und sind daher schulisch frustriert. Sozial können (müssen aber nicht!) vorallem wegen anderer Interessen Schwierigkeiten auftreten. Manchmal kommt es zu vermehrten Ängsten und emotionalen Problemen.

Bei der Hochbegabungsdiagnostik geht es nicht nur darum, einen IQ-Wert festzustellen. Nur eine umfassende, ganzheitliche Sicht auf das Kind und seine Umgebung und eine entsprechende differenzierte Diagnostik, hilft zu erkennen, welche Fördermaßnahmen im schulischen und außerschulischen Bereich für das Kind und dessen Umfeld hilfreich sind.

Schwerpunkt: ADHS - Diagnostik

Als Hinweise auf eine Aufmerksamkeitsstörung gelten: Probleme beim ruhigen und konzentrierten Arbeiten; häufiges Abbrechen und Unterbrechen dieser Arbeiten; hohe Ablenkbarkeit; hohe Vergesslichkeit von Dingen und Aufträgen; häufige Schlampigkeitsfehler; Probleme in der Organisation von Handlungen und Aufgaben. Zusätzlich können Kinder (müssen aber nicht!) motorisch sehr unruhig sein und haben dann deutliche Probleme beim Stillsitzen und Stillsein.

Die hier beschriebenen Verhaltensweisen zeigen viele Kinder! Eine genaue und differenzierte Diagnostik ist daher wesentlich, um zu erkennen, warum das Kind sich so verhält und welche Therapiemaßnahmen notwendig sind.


Schwerpunkt: Teilleistungsstörungsdiagnostik

Unter Teilleistungsschwächen versteht man neuropsychologische Basisdefekte, die trotz Vorliegens von guter Intelligenz zu Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesens, Schreibens und/oder Rechnens führen sowie auch Auswirkungen auf das Verhalten von Kindern/Jugendlichen haben.

Dabei kann die basale Wahrnehmungsverarbeitung betroffen sein, das heißt, dass Kind hat Probleme bei der Wahrnehmung von Reizen im taktil-kinästhetischen, akustischen und/oder visuellen Bereich, obwohl die Sinnesorgane (Augen, Ohren, Haut) gut funktionieren. Oftmals ist die Wahrnehmungsverarbeitungsschwäche für die Eltern nicht zu erkennen, das Kind verhält sich nur "anders", folgt nicht, hört erst bei mehreren Aufforderungen, ist vielleicht zu wild oder aber im Gegenteil besonders sensibel, etc. Häufig tragen basale Wahrnehmungsverarbeitungsstörungen zur Entstehung einer Lese- und Rechtschreibschwäche (Legasthenie) und Rechenschwäche (Dyskalkulie) bei. Dabei haben Kinder und Jugendliche trotz großen Bemühens und häufigen Übens deutliche Probleme beim Lesen, Rechtschreiben und/oder Rechnen. Auch hier bedarf es wieder einer differenzierten Diagnostik, um entsprechend hilfreiche Fördermaßnahmen planen zu können.